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Sehenswertes über Ziemetshausen


Allgemeines:

Am östlichen Rand des Landkreises Günzburg, im Naturpark "Augsburg Westliche Wälder" und am nordwestlichen Rande der Stauden liegt die Gemeinde mit ihren weiteren Ortsteilen, in der rund 3.100 Einwohner leben. Sie hat eine Fläche von knapp 43 qkm, von denen 50 % bewaldet sind. Ein Großteil der Bevölkerung arbeitet in den Handwerks- und Gewerbebetrieben im Ort oder in der näheren Umgebung. Die Landwirtschaft spielt nur mehr in den Ortsteilen eine Rolle. In Ziemetshausen ist ein 4-gruppiger Kindergarten und eine Grund- und Teilhauptschule. Die Verkehrsanbindung erfolgt über die Bundesstraße 300 sowie über die Staatsstraße 2027. Zwei Geldinstitute, eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften, zwei praktische Ärzte und zwei Zahnärzte decken den Grundbedarf der Einwohner.
Die erste urkundliche Erwähnung als stauffischer Besitz erfolgte 1126. In der Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb die Familie Oettingen-Wallerstein die "Herrschaft Seyfriedsberg", deren Hauptort Ziemetshausen war. Angeblich hat Kaiser Maximilian I. 1515 der Gemeinde das Marktrecht verliehen.


Das Webereimuseum

Das Weberhandwerk hat in Ziemetshausen eine lange Tradition, bereits 1614 wurde die Weberzunft mit 11 ortsansässigen Webmeistern gegründet. Im 19. Jahrhundert war das Weben überwiegend Zuerwerb in kleinen Landwirtschaftsbetrieben, bis die Handweberei durch die Mechanisierung des Gewerbes unrentabel wurde.
Die Familie Stegmann, erstmals mit dem Webermeister Bernhard Stegmann in Ziemetshausen 1722 erwähnt, mechanisierte ihren Betrieb und führte diesen bis 1967. Der Heimatverein Ziemetshausen hat diese Weberei im angestammten Gebäude als museale Aufgabe übernommen und kann von der Umspulung des Garns und der Anlegung des Kettbaums bis zum Weben die Arbeitsgänge in den einzelnen Schritten vorführen. Dazu werden Teile der ehemaligen Ladeneinrichtung und in der Weberei hergestellte Stoffe und Stoffmuster gezeigt.

Adresse::
Webereimuseum Gebr. Stegmann,
Friedhofstr. 7a, 86473 Ziemetshausen

Das Schreinereimuseum

In der Zusamgemeinde, damals Sitz der einstigen Herrschaft Seifriedsberg, soll bereits im Jahre 1673 eine Zunft der Zimmerleute und Schreiner entstanden sein. Mancher am Ort noch gebräuchlicher Hausname weist auf die frühere Verbindung mit der Holzverarbeitung hin. Die Bedeutung Ziemetshausens für Holzverarbeitung wird heute noch mit zwei Zimmereibetrieben sowie zwei Holzwerken und drei Schreinereien unter Beweis gestellt.

Im alten Sägewerk der Holzbaufirma Liebhaber in der Friedhofstraße konnte der Heimatverein Ziemetshausen ein Museums-Juwel erstellen. Herr Josef Maier konnte in vielen Jahren  Sammlertätigkeit einen Fundus zusammentragen, um den man den Heimatverein nur beneiden kann. Hinzu kam eine Dauerleihgabe in Form einer kompletten Schreinerwerkstatt aus der Zeit um 1900. So entstand mit der benachbarten alten Weberei ein Museumsensemble, das weit und breit seinesgleichen sucht und um das Ziemetshausen und sein Heimatverein offen beneidet werden.

Öffnungszeiten: 
von Mai – Oktober jeden 1. Sonntag im Monat von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr,
für Gruppen auch nach Vereinbarung
siehe auch
Veranstaltungskalender

Weitere Informationen:
Tel.: 08284 / 8006  (Joachim Böck)
Telefax: 08284 / 8484
E-Mail: joachim.boeck@t-online.de


Der Forstbotanische Garten beim Schloss Seyfriedsberg:

Die erste Erwähnung der Burg war um 1227, die nach dessen Erbauer, dem Augsburger Bischof Sigfried von Rechberg (1208-1227) dessen Namen „Sifritspurc“ bzw. „Sifritsperc“ erhielt und seither dem Herrschaftsbereich seinen Namen gab. Durch den häufigen Besitz und Verpfändung waren die Bischöfe von Augsburg, die Staufer, die Markgrafen von Burgau und die Habsburger die Burgeigentümer und Herrschaftsinhaber.

1751 erwarb Philipp Karl Graf zu Oettingen-Wallerstein das Schloss und die Herrschaft als österreichischen Mannlehen. Das Schloss ist heute noch im Eigentum der Familie Oettingen-Wallerstein. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss gründlich renoviert und umgebaut, wobei die Gebäude das heutige Aussehen erhielten.

1848 ließ Karl Anselm Prinz Oettingen-Wallerstein vor dem Schloss einen forst-botanischen Park anlegen, in dem Bäume und Sträucher aus aller Welt gepflanzt wurden, welche den klimatischen Bedingungen unseres Breitengrades und den vorhandenen Bodenverhältnissen entsprechen. Der Park ist ganzjährig für Interessierte frei zugänglich.
http://www.myheimat.de/krumbach/beitrag/22753/zum-schloss-seyfriedsberg-/

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Ziemetshausen

Das Kirchengebäude wurde mit Ausnahme des Turms in seiner heutigen Gestalt in der Zeit zwischen 1686 und 1694 vom Wessobrunner Barockbaumeister Johann Schmuzer errichtet. Der Turm wurde 1847 erneuert und erhielt dabei die derzeitige Form. Bei der Innenausstattung der Kirche waren, auch in der Folge, alle namhaften Handwerker und Künstler Mittelschwabens beteiligt.

Weitere Informationen  erhalten Sie unter Katholische Pfarrgemeinde Ziemetshausen.


Die Wallfahrtskirche Maria Vesperbild

Auf einem der Wiesenhügel des sanft ansteigenden Zusamtals, das nach Süden einen großen Talkessel bildet, entstand die Wallfahrt Maria Vesperbild. Als Dank für die Verschonung im dreißigjährigen Krieg stellte der Pfleger der Herrschaft Seyfriedsberg zwischen Ziemetshausen und seinem Schloss um 1650 eine geschnitzte spätgotische Pietà (=Vesperbild) unter einer Linde auf. Die sofort einsetzende Wallfahrt führte zum Bau einer Kapelle, die zweimal erneuert und vergrößert werden musste. Das heutige  Kirchengebäude  entstand 1754-1756 und gehört zu den berühmtesten Sakralbauten des mittelschwäbischen Baumeisters Johann Georg Hitzelberger (1714-1792). Der Stuck wird Tassilo Zöpf zugeschrieben, die Fresken stammen von Balthasar Riepp aus Tirol. Ein modernes Wegleitsystem geleitet die Pilger von den modernen Parkplätzen zu den ganz besonderen „Gnadenpunkten“ im Wallfahrtsgelände: zur Mariengrotte, zum Geißelheiland, zum Marienbrunnen und natürlich zur Wallfahrtskirche, wo neben dem spätgotischen Gnadenbild der Schmerzensmutter auch Maria als „Braut des Hl. Geistes“ (Fresko im Altarraum, rechter Chor) ganz besonders verehrt wird. Maria Vesperbild ist heute wohl das bedeutendste Zentrum der Volksfrömmigkeit in Schwaben. Deshalb wurde die Wallfahrtskirche auch originalgetreu im Legoland Günzburg nachgebaut. Der 15. August mit einer der größten Lichterprozessionen Bayerns ist ein ganz besonderes „Highlight“.  


Der Komponist Joseph Lederer

Der Klosterkomponist Joseph Lederer wurde 1733 in Ziemetshausen geboren. Bereits als Jugendlicher trat er in das Augustiner-Chorherrnstift in Wengen bei Ulm ein, in dem er bis zu seinem Tode 1796 lebte. Er war ein Zeitgenosse Wolfgang Amadeus Mozarts. Neben einer vollständigen Lateinischen Messe sind von den zahlreichen Kompositionen teilweise nur noch Bruchstücke erhalten.


Der Kirchenmaler Franz Xaver Gassner

1841 erblickte F. X. Gassner in Ziemetshausen das Licht der Welt, wo er 37jährig auch verstarb. Während seiner kurzen Hauptschaffenszeit wohnte er in München und errang dort künstlerisches Ansehen.


Der Mundartdichter und Pädagoge Hyazinth Wäckerle (Joseph Fischer)

Hyazinth Wäckerle wurde am 16.5.1836 mit bürgerlichem Namen Joseph Fischer in Ziemetshausen geboren. Nach seiner Ausbildung als Lehrer und nach praktischer Berufserfahrung kehrte er als Seminarlehrer für Deutsche Sprache, teilweise auch für Musik und Stenographie, an seine Ausbildungsstätte zurück. In Lauingen wohnte er bis zu seinem Tode am 2.2.1896. Hyazinth Wäckerle lebt in seinen Mundartgedichten, für die er selbst 3 verschiedene Gedichtbände herausgab, und in den vertonten Gedichten noch weiter. Vergessen sind leider seine pädagogischen Fachbücher und Fachaufsätze, die er vorwiegend unter dem Pseudonym Qintus Fixlein II. verfasste. Seine Grabstätte ist im Friedhof in Lauingen. Vor der Schule in Ziemetshausen steht ein Denkmal zu seinen Ehren.
Infos siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Hyazinth_W%C3%A4ckerle

Schrift- und Literaturhinweise

Habel, Heinrich: Bayerische Kunstdenkmäler. Der Landkreis Krumbach
Münster, Robert: Der Komponist Joseph Lederer. In "Schönere Heimat" 1983, Heft 3, herausgegeben vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V. München.
Layer, Adolf: Der schwäbische Baumeister Johann Georg Hitzelberger. In "Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen/Donau 1983".
Schindele/Seethaler/Thoma/Weber: Hyazinth Wäckerle. Joseph Fischer. Poet, Musikus und Lehrer aus Bayerisch Schwaben.